Maßnahmen für bedrohte Arten am Inn

04. April 2025

In den Mieminger und Rietzer Innauen läuft das WWF-Projekt „INNsieme connect“ für gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke. Für die einst weit verbreitete Unke werden Laichplätze geschaffen. Der Zwergrohrkolben soll im Sonderschutzgebiet wiederangesiedelt werden.

Foto Wassertropfen auf Grashalmen

Gelbbauchunken bewohnen Augewässer naturnaher Flusslandschaften. Früher waren sie in Tirol weit verbreitet, heute ist der Bestand gefährdet und mit wenigen Ausnahmen nur noch in den Mieminger und Rietzer Innauen zu sehen. In diesem vom WWF betreuten Sonderschutzgebiet finden sich urwaldartige Auwälder, die über den Landweg kaum erreichbar sind, so die Umweltorganisation. Im Rahmen des Projekts INNsieme connect mussten etwa die jungen Setzlinge des Zwergrohrkolbens per Boot zum Sonderschutzgebiet gebracht werden, um dort wiederangesiedelt zu werden.

Der Zwergrohrkolben besiedelt sandige Buchten am Uferrand und ist durch die starke Flussverbauung vom Aussterben bedroht. Seit wenigen Jahren läuft jedoch ein erfolgreiches Wiederansiedlungsprojekt an verschiedenen Stellen des Inns. Von den einst weitläufigen Inn-Auen sind heute weniger als fünf Prozent erhalten.

Teichwannen für die Gelbbauchunke

Gleichzeitig wurden Ersatz-Laichgewässer für die Gelbbauchunke, die dort schon beheimatet ist, in Form von Teichwannen angelegt, so Amphibienexperte Florian Glaser, er begleitet die Maßnahmen: „Um die Gelbbauchunke zu bewahren, müssen wir proaktiv dafür sorgen, dass lokale Populationen durch verbesserte Fortpflanzungsbedingungen wieder zunehmen. Nur so kann sie ihren Bestand hier in den Mieminger und Rietzer Innauen nicht nur halten, sondern auch andere Lebensräume zurückerobern.“

Die starke Verbauung des Inns nahm vielen Tieren und Pflanzen den Wohnraum. Zumindest teilweise soll er ihnen wieder zurückgegeben werden. Das Projekt „INNsieme connect“ wurde mit 1,8 Million Euro ausgestattet, das Geld kommt von der Europäischen Union, dem Bund, das Land Tirol finanziert mit 110.000 Euro mit – mehr dazu in Der Inn soll wieder gesund werden.

Quelle

Maßnahmen für bedrohte Arten am Inn - tirol.ORF.at