Österreichischer Naturschutzpreis an Erhard Kraus

11. November 2021

Der Biologe und Naturschützer Dr. Erhard Kraus erhielt den Österreichischen Naturschutzpreis für sein außerordentliches Engagement im Natur- und Artenschutz. Er ist für die Einrichtung zahlreicher Naturdenkmäler und Schutzgebiete – allen voran dem Wildnisgebiet Dürrenstein – verantwortlich und setzt sich seit Jahrzehnten für Arten wie Fischotter und Braunbär ein. „Erhard Kraus brennt für die Natur und hat viel für sie bewegt. Für ihn hat Natur und Gemeinwohl einen höheren Stellenwert als Interessen einer einflussreichen Klientel. Ich danke ihm für seinen Mut und seine unermüdliche Einsatzbereitschaft“, so Werner Gamerith in der Laudatio. Im Rahmen des niederösterreichischen Naturschutztages in Gmünd ehrten Naturschutzbund-Präsident Roman Türk und Umweltschützer Werner Gamerith den Niederösterreicher und sein couragiertes Wirken in der Öffentlichkeit.

Foto kleines Bäumchen in einer Hand

Warum Erhard Kraus?

Bis zu seiner Pensionierung war Erhard Kraus beim Land Niederösterreich angestellt, zunächst in der Naturschutzabteilung und nachher in der Abteilung Wasserbau des Amts der NÖ Landesregierung sowie Mitarbeiter beim WWF. In seiner Rolle als Beamter nahm er sich der Ausweisung von Schutzgebieten an und war federführend beim Aufbau eines Natura 2000-Netzwerks. Sein größter Erfolg war die Verwirklichung des Wildnisgebiets Dürrenstein. Im Wasserbau widmete er sich dessen Ökologisierung, die sich als Segen für die Fließgewässer in Niederösterreich erwiesen hat. Darüber hinaus initiierte Kraus erfolgreiche LIFE-Projekte zugunsten gefährdeter heimischer Flusslandschaften. Beim WWF widmete er sich dem Artenschutz, insbesondere dem Fischotter und Braunbär. Für die Rückkehr und Akzeptanz des Fischotters kämpfte Kraus vehement und schuf mit seiner Dissertation auch die fachliche Grundlage dafür.

Seinen Einsatz für die Natur führt er im Vorstand der Forschungsgemeinschaft LANIUS, deren Mitbegründer er auch ist, fort. Für diesen vielseitigen und beständigen Einsatz gebührt ihm die höchste Auszeichnung, die der Naturschutzbund zu vergeben hat.

Österreichischer Naturschutzpreis


Der Österreichische Naturschutzpreis ist die höchste Auszeichnung des Naturschutzbundes und wird seit 1975 an Personen vergeben, die sich öffentlich um den Natur- und Umweltschutz in Österreich verdient gemacht haben, bei der Darstellung umweltwissenschaftlicher Themen ein hohes sachliches Niveau aufweisen, gesellschaftspolitisch wirksame Themen behandeln und in der Öffentlichkeit außergewöhnlich engagiert und couragiert für Natur und Umwelt eintreten. Die Auszeichnung wurde u. a. an Friedensreich Hundertwasser, Freda Meissner-Blau, Werner Gamerith und zuletzt 2017 an Kurt Kotrschal vergeben.

Quelle

Pressemitteilung Naturschutzbund Österreich vom 31.10.2021