Fachliche Integration für den Artenschutz

04. August 2021

Fachübergreifende Forschung in Wissenschaften, Förderprogrammen und Medien wird immer bedeutender. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel in "Basic and Applied Ecology" diskutieren die Ökologin Bea Maas von der Universität Wien und ihre internationalen Ko-Autor*innen die Chancen und Herausforderungen dieser fachlichen Integration. Mit zahlreichen Beispielen aus der Vogel- und Fledermausforschung zeigen sie, wie unterschiedliche Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Technologie gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung von Agrarlandschaften beitragen und diese verbessern können.

Foto einer zypriotischen Gottesanbeterin
Zypriotische Gottesanbeterin

Fachübergreifende Forschung in Wissenschaften, Förderprogrammen und Medien wird immer bedeutender. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel in "Basic and Applied Ecology" diskutieren die Ökologin Bea Maas von der Universität Wien und ihre internationalen Ko-Autor*innen die Chancen und Herausforderungen dieser fachlichen Integration. Mit zahlreichen Beispielen aus der Vogel- und Fledermausforschung zeigen sie, wie unterschiedliche Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Technologie gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung von Agrarlandschaften beitragen und diese verbessern können.

Die Globalen Ziele der Vereinten Nationen stellen konkrete Anforderungen an nachhaltige Entwicklung, die oft im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt stehen. Starke Partnerschaften werden als Schlüssel zum Erreichen der Sustainable Development Goals hervorgehoben. "Von der Forschung zur Praxis ist das nicht anders", erklärt Bea Maas, die Hauptautorin des aktuellen Perspektiven-Artikels in der Zeitschrift Basic and Applied Ecology. Sie und ihre Kolleg*innen plädieren für mehr fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Interessensgruppen. Ob und wie diese Zusammenarbeit zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beitragen kann, hängt laut den Forscher*innen davon ab, ob Erkenntnisse anderer Fachbereiche lediglich berücksichtigt oder tatsächlich integriert werden. 

Nach Ansicht der Autor*innen werden multi-, inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze oft verwechselt oder als Synonyme verwendet – obwohl sie sich durch den steigenden Grad an Integration verschiedener Fachbereiche unterscheiden. Zudem fehle es an Unterstützung für die Vermittlung zwischen Fachkreisen und den jeweiligen Entscheidungsträger*innen und damit in die Praxis. "Eine verstärkte fachliche Begleitung von integrativer, fachübergreifender Forschung hat ein enormes Potenzial, Innovation in der Ökologie und darüber hinaus zu fördern", resümiert Mitautorin Carolina Campo-Ariza von der Universität Göttingen.

Win-Win durch integrative Ansätze

Am Beispiel der von Vögeln und Fledermäusen vermittelten Ökosystemleistungen betonen die drei Autor*innen die enge Verknüpfung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt in der Nachhaltigkeitsentwicklung. "Wir wissen viel mehr über die Nutzung dieser Möglichkeiten, als wir tatsächlich umsetzen", erklärt Mitautor Christopher Whelan von der Chicago University. Die Wissenschafter*innen diskutieren Vorteile fachlicher Integration wie erhöhte Datenqualität, Innovation und Produktivität ebenso wie mögliche Fallstricke dieser Ansätze. "Ein schrittweiser Aufbau ist entscheidend für den Erfolg integrativer Zusammenarbeit", erklärt Maas. Sie und ihre Kolleg*innen beschreiben anhand von internationalen Beispielen aus der Vogel- und Fledermausforschung, wie dadurch Kosten gespart und die Umsetzung von Forschungsergebnissen gefördert werden können. Maas schlussfolgert: "Viele Vogel- und Fledermausarten sowie ihre wirtschaftlich wertvollen Ökosystemleistungen hätten ohne integrative Ansätze gar nicht erst geschützt werden können. Diese Win-Win-Denkweise kann uns in der nachhaltigen Entwicklung einen entscheidenden Schritt weiterbringen." 

Publikation in Basic and Applied Ecology: 

Bea Maas et al. Cross-disciplinary approaches for better research: the case of birds and bats. Basic and applied ecology. 2021. https://doi.org/10.1016/j.baae.2021.06.010 

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Bea Maas
Department für Botanik und Biodiversitätsforschung
Universität Wien
1030 - Wien, Rennweg
+43 650 4200494
bea.maas@univie.ac.at

Rückfragehinweis

Pia Gärtner, MA
Pressebüro der Universität Wien
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-17541
pia.gaertner@univie.ac.at

Quelle: Pressemitteilung der Universität Wien vom 3. August 2021

UNIVERSITÄT WIEN | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0 | www.univie.ac.at