Kriterien und Indikatoren

Die Jagd ist eine der ältesten Nutzungsformen der Menschheit. Die Jäger nutzen einen Teil der natürlichen Ressourcen. Durch Hege und Bejagung frei lebender Wildtiere beeinflussen sie die genetische Vielfalt einzelner Wildarten, die Wildartenzusammensetzung, Wildtierpopulationen und deren Lebensräume. Indirekt üben jagdliche Eingriffe auch Einflüsse auf andere Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und deren biologische Vielfalt aus. Dies birgt mitunter Konfliktpotenzial mit anderen Gruppen von Landnutzern (z. B. Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Tourismus).

Foto Nationalpark Neusiedlersee

Auftretende Wildschäden und deren Entschädigung können ein wesentlicher Kostenfaktor für den Jagdbetrieb sein. Die Intensität und Qualität der Kommunikation innerhalb der Jägerschaft und mit der Öffentlichkeit kann das Handeln in der Praxis mitbestimmen, in zunehmenden Ausmaß z. B. durch Anliegen des Natur-, Landschafts- und Tierschutzes.

Nachhaltigkeit gilt seit der Umwelt- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 als die maßgebliche Leitlinie für die Nutzung natürlicher Ressourcen. In nachfolgenden umweltpolitischen Prozessen, wie der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE), wurden in verschiedenen Sektoren Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung entwickelt. Für den Bereich der Jagd fehlten bislang systematische Bewertungsansätze.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat in ihrer Grundsatzerklärung von Amman (Jordanien) im Jahr 2000festgestellt, dass die Nutzung wildlebender Ressourcen, d. h. auch der Wildtierfauna, ein Instrument zur Erhaltung der Natur sein kann, sofern sie nachhaltig ausgeübt wird. Daraus ergab sich die Frage: Welche Anforderungen muss eine nachhaltige Jagd erfüllen?

Ein zeitgemäßer Ansatz, um die Nachhaltigkeit von Nutzungen zu bewerten und das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen zu überprüfen, sind Kriterien und Indikatoren (Prüfgrößen). Daher wurden in Österreich im Rahmen eines breit angelegten partizipativen Prozesses von Experten und Vertretern aller betroffenen Interessengruppen - Jägerschaft, Wissenschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz, Grundeigentümer - gemeinsam "Kriterien und Indikatoren einer nachhaltigen Jagd" erarbeitet.

Publikationen

Heckl, F. & Hackl, J. (2013): (Betriebliche und regionale) Prinzipien, Kriterien und Indikatoren einer nachhaltigen Jagd in den Esterházy-Betrieben.

Forstner, M.; Reimoser, F.; Hackl, J.; Heckl, F. & Lexer, W. (2006): Nachhaltigkeit der Jagd. Prinzipien, Kriterien und Indikatoren. Verlag av-Buch, Wien.  Google Books

Forstner, M.; Reimoser, F.; Hackl, J. & Heckl, F. (2002):Kriterien und Indikatoren einer nachhaltigen Jagd. Monographien des Umweltbundesamtes M-158. Umweltbundesamt, Wien. Link