Mistkäfer

Wirtschaftlicher Nutzen des Mistkäfers

Die Verwertung von Kuhdung durch Mistkäfer

Mistkäfer leisten einen großen Beitrag zur Zersetzung von Kuhdung. Ein großer Teil des Mistes wird von den Mistkäfern in den Boden eingearbeitet. Dadurch kommt es zur rascheren Neubildung von schmackhaftem Futter im Bereich des ehemaligen Kuhdungs, der von den Kühen beim Fressen gemieden wird.

 

Die Mistkäfer reduzieren durch ihre Tätigkeit die erforderliche Zeit für den Abbau von Dunghaufen um ein Fünftel. Wird die Zersetzung des Dungs nicht durch Mistkäfer beschleunigt, steht dem Vieh weniger fressbares Futter zur Verfügung. Nach Berechnungen, die sich auf die landwirtschaftliche Situation in den USA beziehen, hat das einen jährlichen Fleischverlust von ca. 1,45 kg pro Rind zur Folge. Umgelegt auf die gesamte Weidefläche der Vereinigten Staaten würde sich bei Fehlen der Mistkäfer ein jährlicher Fleischverlust von ca. 46 Millionen kg ergeben. Bei einem mittleren Fleischpreis von 2,1 Dollar pro kg hätte das eine Umsatzverringerung in der Höhe von 96 Millionen Dollar zur Folge. 

 

Erhöhung des Stickstoff-Umsatzes

Die Mistkäfer tragen durch den Abbau von Kuhdung dazu bei, dass Stickstoff in eine Form übergeführt wird, die von Pflanzen assimiliert werden kann. Der Stickstoff wird somit als Dünger in den Boden eingebracht. Viehdung, der bis zum Austrocknen auf der Weide liegen bleibt, gibt einen großen Teil des organischen Stickstoffes in die Atmosphäre ab. Die Dunghaufen bestehen zu 2% aus Stickstoff, von dem 80% verloren gehen, wenn die Dunghaufen austrocknen, bevor sie von den Mistkäfern durch Verfrachten in Erdhöhlen eingegraben werden.

 

Pro Kuh werden in einem Jahr ca. 27 kg Stickstoff produziert. Die Aktivität der Mistkäfer reduziert den Stickstoffverlust um 19% entsprechend 4,1 kg Stickstoff pro Stück Vieh. Bezogen auf die landwirtschaftlichen Verhältnisse in den USA ergibt sich bei 32 Millionen Stück Vieh und einem Preis von 0,35 Dollar pro kg Stickstoffdünger eine Düngerersparnis von ca. 46 Millionen Dollar pro Jahr.  

 

Dung als Lebensraum für Viehparasiten

Das Einbringen von Dung in den Boden durch Mistkäfer reduziert die Dichte an Viehparasiten, da es zu einem rascheren Abbau des Substrates für diverse Parasitenlarven kommt. Dadurch werden die Verluste an Vieh durch innere Parasiten für die Fleischproduktion um 7% reduziert, was der fleischproduzierenden Industrie jährlich an die 55 Millionen Dollar erspart.

 

Kuhdung dient neben inneren Viehparasiten aber auch den Larven der kleinen Weidestechfliege (Haematobia irritans) und der Gesichts- oder Augenfliege (Musca autumnalis) als Lebensraum.

 

Die kleine Weidestechfliege durchsticht die Haut von Rindern und saugt Blut. Der damit verbundene Blutverlust und die Irritation der Rinder führen zu verringerten Gewichtszuwächsen. Bei starkem Fliegenbefall können offene Wundflächen entstehen, die wiederum Eintrittspforten für sekundäre Infektionen mit Krankheiten und Parasiten sind. Im Gegensatz dazu saugen die Gesichts- oder Augenfliegen Tränenflüssigkeit und Schleim von den Augen und der Nase der Rinder, um Nährstoffe aufzunehmen. Abgesehen von der Irritation der Rinder, können sie auch Bakterien (Moraxella bovis) übertragen, die zu Entzündungen der Horn- und Bindehaut führen.

 

Die infolge des Befalls durch Weidestechfliegen oder Augenfliegen auftretenden Verluste in der Fleischproduktivität und die erforderlichen veterinärmedizinischen Behandlungen verursachten in den USA im Jahr 2003 Kosten in der Höhe von 1,3 Milliarden Dollar. Ohne die Verringerung der Verweilzeit von Dung auf den Weiden schätzt man, dass der Schaden um 7% größer wäre, d.h. um ca. 102 Millionen Dollar im Jahr.