Österreichische Strategie zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt

Gemäß Artikel 6 der Konvention soll "jede Vertragspartei (...) nationale Strategien, Pläne oder Programme zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt entwickeln oder zu diesem Zweck ihre bestehenden Strategien, Pläne und Programme anpassen". 

 

Die grundsätzliche Absicht der nationalen Strategie zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt ist die Verstärkung des Bewusstseins und eine Vertiefung des Wissens über die Notwendigkeit und Vorteile bzw. Leistungen der biologischen Vielfalt durch Aus- und Weiterbildung in allen relevanten Bereichen. Ein interdisziplinärer Ansatz einer Inventarisierung der biologischen Vielfalt Österreichs auf allen Ebenen, also genetischer Vielfalt vor allem im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Artenvielfalt und Vielfalt der Ökosysteme, ist ebenfalls ein primäres Ziel.

Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+

Seit 2011 liegt die Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020 vor: Bis zum Jahr 2020 soll in der EU der Verlust an biologischer Vielfalt sowie die Verschlechterung von Ökosystemdienstleistungen angehalten werden. Gleichzeitig soll der Beitrag der Europäischen Union zur Verhinderung des Verlustes an biologischer Vielfalt weltweit erhöht werden.

 

Zur Umsetzung dieser Verpflichtungen wurde unter der Federführung des Lebensministeriums sowie unter Einbindung von Stakeholdern eine neue Biodiversitätsstrategie für Österreich entwickelt. Das Umweltbundesamt unterstützte das Ministerium bei diesem Prozess. Die neue österreichische Biodiversitätsstrategie wurde von der österreichischen Bundesregierung im Oktober 2014 zur Kenntnis genommen.

 

Die "Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+" umfasst fünf Handlungsfelder:

  • Handlungsfeld 1 - Biodiversität kennen und anerkennen
  • Handlungsfeld 2 - Biodiversität nachhaltig nutzen
  • Handlungsfeld 3 - Biodiversitätsbelastungen reduzieren
  • Handlungsfeld 4 - Biodiversität erhalten und entwickeln
  • Handlungsfeld 5 - Biodiversität weltweit sichern

Dazu wurden 12 Ziele und mehr als 140 Maßnahmen formuliert. Diese sollen u.a. dazu beitragen,

  • das Bewusstsein/Wissen der Öffentlichkeit hinsichtlich der Bedeutung der Artenvielfalt zu stärken,
  • die Belange des Biodiversitätserhalts in alle relevanten Sektoren und diesbezüglichen Programme zu integrieren (Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Verkehr, Raumordnung etc.),
  • die Gefährdungen der Biodiversität zu reduzieren (Lebensraumveränderung, invasive Arten, Schadstoffeinträge etc.),
  • die Umsetzung der rechtlichen und anderen Vorgaben der EU zu forcieren (Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, Grüne Infrastruktur, Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme etc.),
  • ein koordiniertes Monitoring des Status und der Trends der Biodiversität und ihrer Bestandteile in Österreich zu erreichen, sowie insbesondere auch die Biodiversitäts-Forschung zu stärken.

Zu diesen Zielen wurden quantitative bzw. qualitative Unterziele formuliert, die für die Umsetzung verantwortlichen Akteure genannt, sowie Evaluierungsparameter identifiziert. Basisjahr für die Strategie ist 2010, soweit in der Strategie nicht explizit anderes angegeben ist. Die Umsetzung der Ziele soll größtenteils bis 2020 erfolgen.