Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Konvention über die biologische Vielfalt sieht die Partizipation aller Betroffenen und Beteiligten bzw. von deren Interessensvertretern ("Stakeholder") am Ökosystemmanagement auf allen Entscheidungsebenen vor.

 

Neben Aspekten einer demokratischen Konfliktregelungskultur kann die Partizipation von Betroffenen an Zielfindungs- und Entscheidungsprozessen motivationsfördernd wirken, die Identifikation mit Zielsetzungen und die Akzeptanz von Maßnahmen erhöhen, sowie ein ziel- und maßnahmenkonformes Verhalten und damit den Erfolg von Umsetzungsmaßnahmen fördern. Zudem können soziale Selbstorganisationsprozesse genutzt und lokales Expertenwissen nutzbar gemacht werden.

 

Erfolgreiche Beteiligungsprozesse erfordern:

  • Freiwilligkeit, z. B. zur Teilnahme;

  • Offenheit (Diskussion, Ergebnisse etc.);

  • Transparenz und Überschaubarkeit der Aktivitäten und ihrer Folgen;

  • Allgemeine Zugänglichkeit zum partizipativen Prozess

  • rechtzeitige und vollständige Information aller Beteiligten;

  • Bereitschaft zu Kompromissen, Flexibilität bei der inhaltlichen Auseinandersetzung;

  • Lernfähigkeit der Beteiligten;

  • verbindliche Regeln für den partizipativen Prozess;

  • Verbindlichkeit der Ergebnisse aus dem partizipativen Prozess

  • etc.

 

Vorteile von partizipativen Prozessen sind:

  • frühzeitiges Offenlegen von konfliktträchtigen Interessen, Erkennen unterschiedlicher Positionen, Ermöglichen eines Interessenausgleichs;

  • Förderung nachhaltiger, langfristig tragfähiger Lösungen;

  • demokratische, pluralistische Konfliktregelungskultur;

  • Erzeugung von Motivation, Identifikation mit Zielsetzungen, Akzeptanz von Maßnahmen, Engagement für die Umsetzung und zielkonformes Verhalten;

  • Nutzbarmachen des Wissens der Beteiligten, erhöhtes Innovationspotenzial;

  • Ermöglichen wechselseitiger Lernprozesse;

  • Korrektur einseitiger Problemwahrnehmungen;

  • Ermöglichen der Erkenntnis, dass viele Konflikte kein "Nullsummenspiel" sind, sondern "Win-Win"-Situationen sein können;

  • Betonung des offenen Prozesscharakters anstatt Fixierung auf definierte Endziele, Konfliktmanagement anstatt oft unrealistischer "endgültiger Konfliktlösungen";

  • Versachlichung des jeweiligen Themas, zu dem ein partizipativer Prozess läuft.

  • etc.

 

Strategiegruppe Partizipation im Lebensministerium

Auf Initiative des Lebensministeriums wurde die Strategiegruppe Partizipation eingerichtet. Das Schlagwort "Partizipation" soll im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung konkretisiert werden. Die in Österreich in diesem Bereich tätigen Akteure sollen sich miteinander vernetzen.

 

Ziel ist es, Informationen und Erfahrungen über Partizipation auszutauschen. Empfehlungen und Maßnahmen zur Förderung und Umsetzung sollen diskutiert werden. Handlungshilfen für Akteure in diesem Bereich werden erarbeitet. Dies erfolgt vor dem Hintergrund nationaler und eurpopäischer umwelt- und nachhaltigkeitsrelevanter Entwicklungen.