Monitoring und Forschung

Die Erfassung und Überwachung der Biodiversität ist die Grundlage für ihre Erhaltung, Förderung und nachhaltige Nutzung. Ohne Daten zum Zustand und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt gäbe es keine Früherkennung neuer Probleme, keine Zielvorstellungen, keinen Handlungsbedarf, keine Schutzmaßnahmen.

 

Unter dem Begriff "Monitoring" wird eine Dauerbeobachtung zum Erfassen von Änderungen verstanden. Ein Biodiversitätsmonitoring dient der systematischen Erfassung biodiversitätsrelevanter Parameter (Indikatoren) in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Aufbauend auf das Monitoring können die erfassten Werte mit vorgegebenen Grenz- oder Zielwerten (Standards) verglichen werden oder es werden nur die Veränderungen aufgezeigt. In beiden Fällen dienen die Erkenntnisse auch der Früherkennung von unerwünschten Entwicklungen in der Biodiversität und sind daher die Voraussetzung für eine effiziente und effektive Naturschutzpolitik.

Die Biodiversitätskonvention schreibt den Vertragsstaaten sinngemäß die Durchführung eines Biodiversitätsmonitorings vor (siehe Art. 7 "Bestimmung und Überwachung"). Insbesondere jene Bestandteile der biologischen Vielfalt sollen überwacht werden, die dringender Erhaltungsmaßnahmen bedürfen sowie großes Potenzial für eine nachhaltige Nutzung haben. Parallel dazu sind auch jene Tätigkeiten zu überwachen, die erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt haben.

Biodiversitäts-Monitoring in Österreich

 

In Österreich wurde 2006 ein Konzept für ein nationales Biodiversitätsmonitoring erarbeitet. Vorgaben dafür waren u.a. dass die Indikatoren einfach und verständlich sein sollen, in kurzen Abständen erhebbar und maßnahmenorientiert.

Integrated Monitoring

Seit über 20 Jahren betreibt das Umweltbundesamt Ökosystemmonitoring und Langzeitforschung am Zöbelboden im Nationalpark Kalkalpen (Oberösterreich). Der  thematische Bogen reicht von den Anfängen des systematischen wirkungsbezogenen Luftschadstoffmonitorings in den 1990er Jahren bis zu den aktuellen Forschungsfragen.  Neben dem Verständnis der Ursache-Wirkungs-Beziehungen in einem Karst-Waldökosystem wurde der Fokus in den letzten Jahren zunehmend auf den Einfluss des Klimawandels gelegt.