Einfluss des Menschen

Die biologische Vielfalt ist seit jeher einem ständigen Wechsel unterworfen. Im Vergleich zur Entstehung von Arten, die Zeiträume von Jahrmillionen beansprucht, können abrupte Veränderungen durch Klimaänderungen und Naturkatastrophen eintreten.  Einen wesentlichen Einfluss auf die biologische Vielfalt nimmt auch der Mensch. Er hat ein enormes Potenzial, die Biodiversität (massiv) zu verändern. Seine globale Verbreitung, die hohe Bevölkerungsdichte und all die technischen Möglichkeiten, die der Mensch hat machen dies möglich.

 

Bereits in der Steinzeit reduzierten Jäger und Sammler das Großwild. So wird z. B. angenommen, dass die Jagd auf die grasenden Mammuts dazu führte, dass baumfreie Flächen verschwanden. In weiterer Folge starben andere, auf diese Lebensräume angewiesene Tierarten aus, wie beispielsweise das Urpferd. Seit der Entstehung des Ackerbaus züchtet der Mensch Haustierrassen und Pflanzensorten. Besonders bei den Pflanzen gibt es viele Arten- und Sortenbestände. Durch menschliche Aktivitäten entstanden vielfältige  Lebensräume: Ackerflächen, Wiesen, Weiden, Feldraine, Sandgruben, Gärten, Pflasterritzen etc.  Diese Lebensräume bieten vielen Arten Platz. Vor allem die "Kulturfolger" profitierten davon, wie z. B. Ackerwildkräuter (Kornrade, Rittersporn, Kamille etc.). Aber auch Stubenfliege, Schwalbe, Haussperling oder Wanderratte fanden neue Lebensräume.

In Österreich ist gegenwärtig in jenen Lebensräumen, die der Mensch durch naturnahe Bewirtschaftung geschaffen hat, fast ein Drittel unserer wild wachsenden Pflanzenarten zu finden.  Viele stehen mittlerweile auf den Roten Listen gefährdeter Arten. Die menschliche Tätigkeit kann den Bestand von Arten nämlich auch zerstören: Mit der steigenden Intensivierung der Landnutzung und Versiegelung der Flächen durch Siedlungstätigkeit und Straßenbau verschwinden immer mehr naturnahe Lebensräume mit ihren wildlebenden Tier- und Pflanzenbeständen. 

 

Die Zerstörung naturnaher Standorte, infolge oft maß- und rücksichtsloser Eingriffe in die Landschaft, ist die Hauptursache für die Verarmung der Natur. Die Sonderstellung des Menschen darf jedoch nicht zu einem Anspruch auf schrankenlose Herrschaft über die Natur führen. Der Mensch muss seine Verantwortung für die Natur erkennen und wahrnehmen.