ABOL (Austrian Barcode of Life)

ABOL, die "Austrian Barcode of Life"-Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, alle Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Österreichs genetisch zu erfassen. Dafür werden standardisierte Sequenzen der Erbsubstanz (DNA-Barcodes) von sicher bestimmten Individuen möglichst aller Arten erhoben und in einer Referenzdatenbank abgespeichert. Diese DNA-Barcodes können mittels Sequenzvergleich zur schnellen und sicheren Artbestimmung für eine Vielzahl von Anwendungen herangezogen werden.

 

Mit geschätzten 70.000 Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen beheimatet Österreich eine hohe Biodiversität. ABOL „Austrian Barcode of Life“ ist eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, für alle Arten Österreichs DNA-Barcode-Sequenzen zu ermitteln und in einer Referenzdatenbank zugänglich zu machen. Die Initiative ABOL soll alle mit Biodiversitätsforschung befassten Arbeitsgruppen in Österreich vernetzen. Kooperationen mit internationalen (iBOL) und nationalen DNA-Barcoding-Projekten (z.B. GBOL in Deutschland, SwissBOL in der Schweiz oder CroBOL in Kroatien) fügen ABOL in einen europäischen und globalen Rahmen ein.

 

ABOL ist gegenwärtig (2016) in einer dreijährigen Anstoßphase mit dem Hauptziel das Gesamtprojekt vorzubereiten. Dieses könnte innerhalb von zehn Jahren DNA-Barcodes von in etwa 80 % aller Organismenarten von Österreich generieren. Schon jetzt werden in zahlreichen Projekten DNA-Barcodes und Daten zur genetischen Vielfalt österreichischer Organismen erhoben (www.abol.ac.at).

 

ABOL – ein Meilenstein nicht nur für Österreich

In einer Gesellschaft, die sich als Informationsgesellschaft versteht, ist eine moderne Dateninfrastruktur auch in der Biodiversitätsforschung unerlässlich. Genau das macht ABOL für Österreich und  erstellt eine qualitativ hochwertige, frei zugängliche Referenzdatenbank für alle heimischen Arten. Als Biodiversitäts-Hotspot wird Österreich mit den ABOL-Daten einen wichtigen Puzzleteil  in der internationalen „Barcode of Life“-Initiative (IBOL) einbringen. Die Vernetzung mit Initiativen benachbarter Länder, wie z.B. GBOL in Deutschland und SwissBOL in der Schweiz, erweitert den Horizont über Ländergrenzen hinweg, was für weit verbreitete Arten besonders wichtig ist.

 

Auf nationaler Ebene wird ABOL zu einer Aktualisierung von Artenlisten, Verbreitungsdaten und Bestimmungsliteratur beitragen und so wichtige Grundlagen für den Naturschutz generieren. Darüber hinaus wird ABOL umfangreiche Daten zur innerartlichen Diversität liefern, regional und national zahlreiche neue Arten entdecken bzw. nachweisen und aufgrund neuer Ergebnisse interessante Fragestellungen der Evolutionsbiologie aufwerfen.

 

Quelle Dr. Nikolaus Szucsich ( September 2016); Naturhistorisches Museum Wien