Waldökosysteme

Die biologische Vielfalt in Österreichs Wäldern basiert unter anderem auf ökologischen Rahmenbedingungen: Klima, Naturräume, Geologie sowie auf den Waldgesellschaften, die auch aus diesen natürlichen Standortfaktoren resultierenden.

Karte über die Waldwuchsgebiete in Österreich.

Einen wichtigen Anhaltspunkt zur Einschätzung der Biodiversität liefert die Hemerobie, der Grad der menschlichen Beeinflussung von Lebensgemeinschaften. In einer Studie wurden 7 % des österreichischen Waldes als "künstlich", 27 % als "stark verändert" und 41 % als "mäßig verändert"eingestuft, 22 % wurden als "naturnah" bewertet und nur 3 % als "natürlich"  (Grabherr et al. 1997).

Hemerobie österreichischer Waldökosysteme.

Nur für den Wald im Bundesland Kärnten gibt es Daten über die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten, bundesweit gibt es für den Wald derzeit keine diesbezüglichen Daten. In den Wäldern Kärntens leben viele Arten, die zwar extrem selten, aber nicht akut gefährdet sind. Es handelt sich dabei vorwiegend um Endemiten (räumlich begrenzt vorkommende Arten) der Südostalpen, die in Buchen(Misch)-wäldern vorkommen (Amt der Kärntner Landesregierung 1999).

 

Neben der natürlichen Entwicklung der Wälder in Österreich ist es gerade der menschliche Einfluss, der prägend wirkt. Die Bevölkerungs- und Gesellschaftsentwicklung sowie die Änderungen der Landnutzung und zunehmende Schadstoffbelastungen, insbesondere in den letzten 100 Jahren trugen wesentlich zum heutigen Erscheinungsbild der Wälder in Österreich bei.

 

Einfluss auf die biologische Vielfalt hat vor allem die Forstwirtschaft, aber auch die Jagd, die Landwirtschaft, der Tourismus, der Gewerbe- und Industriebereich, die Siedlungstätigkeit, der Verkehr und Naturschutzmaßnahmen.

 

Menschlicher Einfluss trug im Laufe der Jahrhunderte wesentlich zur Verringerung der Waldfläche in Österreich bei, wobei diese in den letzten Jahrzehnten wieder in Summe zunahm. Nach wie vor nimmt die Waldfläche jedoch in der Nähe urbaner Bereiche ab. Gleichzeitig kam es zu einer starken Änderung der Baumartenzusammensetzung und zu einer Verarmung durch direkte und indirekte Begünstigung von wirtschaftlich interessanten Baumarten, wie z. B. der Fichte, der Kiefer oder der Lärche.

 

Dem stehen geringere Anteile der Tanne aber auch der Buche, der Eiche und anderer Laubhölzer gegenüber. Nicht nur die Baumartenanteile haben sich aufgrund der forstlichen Bewirtschaftung verschoben, auch der Anteil älterer und toter Bäume ist in Wirtschaftswäldern geringer, als etwa in Urwäldern.