Maßnahmen zur Vermeidung von Neobiota

Es ist unumstritten, dass Neobiota einen deutlichen Einfluss auf die Biodiversität Mitteleuropas nehmen. Daher sind biologische Invasionen von Pflanzen und Tieren auch ein wichtiges Thema des Naturschutzes.

 

Weltweit wurden groß angelegte Bekämpfungsmaßnahmen mit unterschiedlichem Erfolg durchgeführt, wobei der Schwerpunkt auf ökonomisch wichtigen Arten liegt. Meist richten sich die Maßnahmen gegen Wirbeltiere oder Insekten, Pflanzen waren nur selten Zielarten. Eine Bekämpfung in größeren Teilen Österreichs etablierter oder in starker Ausbreitung begriffener Neobiota ist nur in seltenen Fällen Erfolg versprechend. Meist ist nur ein punktuelles Zurückdrängen an besonders problematischen Bereichen (z.B. in naturschutzfachlich wertvollen Biotopen) möglich.

 

Bei einzelnen, meist häufigen und weit verbreiteten Arten ist sogar dieses bescheidene Ziel kaum oder nur mit großem finanziellen und zeitlichen Aufwand erreichbar (v.a. Götterbaum Ailanthus altissima, Lanzett-Aster Aster lanceolatus, Staudenknöteriche Fallopia japonica und F. sachalinensis, Drüsiges Springkraut Impatiens glandulifera, Robinie Robinia pseudacacia, Goldruten Solidago canadensis und S. gigantea).

 

Die Bekämpfungsmaßnahmen sind so auszuwählen, dass ihre Nebeneffekte möglichst gering sind. Dies gilt besonders für biologische und chemische Bekämpfungsmaßnahmen.

 

Ein wichtiger Aspekt bei der Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen ist die Schaffung einer ausreichenden Akzeptanz der breiten Öffentlichkeit bzw. der verschiedenen Interessensvertreter. Schon mehrfach wurden Bekämpfungs-Programme zur Ausrottung von Neobiota durch Tierschützer vereitelt. Das breite Unverständnis über die Konsequenzen der Freilassung gebietsfremder Arten wird besonders in den regelmäßigen Freilassungsaktionen von zur Pelzgewinnung gezüchteten Minken sichtbar.

 

Als Maßnahmen im Umgang mit Neobiota werden vorgeschlagen:

  • Regelmäßiges Monitoring naturschutzfachlich problematischer und potenziell problematischer Neobiota (Frühwarnsystem).

  • Prüfung bestehender Mechanismen (Gesetzesmaterien, wie z.B. Naturschutz-, Forst-, Fischerei- und Jagdgesetze der Bundesländer).

  • Bei problematischen Arten sollte ein "Aufwands-Ranking" durchgeführt werden, um darzustellen, welche Problemarten mit geringem Aufwand bekämpft werden können (z.B. Einschränkungen beim Fischbesatz).

  • Verstärkte Untersuchung der Ökologie und möglicher Bekämpfungsmaßnahmen von invasiven Neobiota.

  • Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit (besonders bei Aquarien- und Terrarienbesitzern, Tierzüchtern, Tierhändlern, Gärtnereien, Handel).

  • Keine Anpflanzung oder Ausbringung problematischer oder potenziell problematischer Neobiota.

  • Internationale Kooperation bzw. Vernetzung in Hinblick auf die Notwendigkeit koordinierter Vorgangsweisen sowie Schwerpunktsetzungen.