Rote Liste gefährdeter Biotope

Der Schutz von Biotopen ist eine wesentliche Grundlage für einen erfolgreichen Naturschutz, da Tier- und Pflanzenarten meist sehr eng an bestimmte Lebensräume gebunden sind. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist es daher sinnvoll, basierend auf Biotopkartierungen, eine Rote Liste gefährdeter Biotope ergänzend zu den Roten Listen gefährdeter Arten zu erstellen.

 

Rote Listen sind Verzeichnisse, die ausgestorbene, verschollene und gefährdete Arten umfassen, aber auch Biotoptypen oder Lebensräume.

 

1999 wurde ein Projekt zur Gefährdungseinstufung der in Österreich vorkommenden Biotope initiiert. Projektpartner waren Umweltbundesamt, Lebenministerium sowie der Umweltdachverband. In einem ersten Schritt wurde eine Biotoptypenliste entwickelt, die alle österreichischen Biotoptypen umfasst, darunter auch "technische Biotoptypen" und Biotoptypen mit Schwerpunkt im Siedlungsbereich (z. B. Bauwerke, Verkehrsanlagen). Die Voraussetzung dafür stellen so genannte Biotopkartierungen dar.

 

In weiterer Folge soll einerseits eine Gefährdungseinstufung für die einzelnen Regionen und andererseits eine Gesamteinstufung für Österreich vorgenommen werden. Dadurch kann die Rote Liste gefährdeter Biotope auch als Instrument für naturschutzpolitische und -strategische Ziele und Fragestellungen auf Bundesebene verwendet werden.

Grobgliederung der Biotoptypen Österreichs

Die Biotoptypen werden in der obersten hierarchischen Ebene in elf Hauptgruppen untergliedert (Essl et al. 2002):

  • Binnengewässer und Gewässervegetation

  • Moore, Sümpfe und Quellfluren

  • Grünland, Grünlandbrachen und Trockenrasen

  • Hochgebirgsrasen, Pionier-, Polster- und Rasenfragmente, Schneeböden

  • Äcker, Ackerraine, Weingärten und Ruderalfluren

  • Hochstauden- und Hochgrasfluren, Schlagvegetation und Waldsäume

  • Zwergstrauchheiden

  • Gehölze der Offenlandschaft, Gebüsche

  • Wälder, Forste, Vorwälder

  • Geomorphologische Biotoptypen

  • Technische Biotoptypen, Siedlungsbiotoptypen