Lebensräume

Ein Lebensraum oder Biotop ist ein Gebiet mit bestimmten Umweltverhältnissen, das den Standort einer charakteristisch zusammengesetzten Lebensgemeinschaft von Tier- und Pflanzenarten bildet. Die Ausgestaltung der unterschiedlichen Lebensräume steht in direktem Zusammenhang mit den jeweils vorherrschenden landschaftlichen Gegebenheiten, sodass die Vielfalt der Landschaften Voraussetzung für eine Vielfalt an Lebensräumen ist.

Rechtliche Situation in Österreich

Die österreichischen Landesnaturschutzgesetze geben als generelles Ziel an, dass Natur und Landschaft so erhalten, entwickeln oder gegebenenfalls wiederherzustellen ist, dass die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensräume sowie die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes nachhaltig gesichert sind.

 

Bestimmte Gebiete kann die jeweilige Landesregierung - bei Erfüllung in den einzelnen Naturschutzgesetzen festgeschriebener Kriterien - durch Verordnung zu Schutzgebieten (z.B. Naturschutzgebiet, Naturpark, Landschaftsschutzgebiet, Geschützter Landschaftsteil, Naturdenkmal) erklären.

 

Lebensraumschutz ist in einigen Naturschutzgesetzen (z.B. Burgenland, Kärnten, Niederösterreich Oberösterreich und Tirol) als allgemeines Eingriffsverbot in den Lebensraum  formuliert.

 

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU sieht die Errichtung eines europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 vor. Anhang I der Richtlinie listet 198 natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse auf, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, die in Österreich vorkommen

Lebensraumgruppe Lebensraumtypen (Anzahl)
Wälder 17
Natürliches und naturnahes Grasland 14
Felsige Lebensräume und Höhlen 11
Süßwasserlebensräume 9
Hoch und Niedermoore 8
Heide- und Buschvegetation 3
Küstenbereich und halophytische Vegetation 1
Dünen im Binnenland 1
Hartlaubgebüschen 1

Vogelschutzrichtlinie

Ziel der EU-Vogelschutzrichtlinie ist die Regelung von Schutz und Nutzung aller wildlebenden Vogelarten auf dem Gebiet der Mitgliedstaaten. Die Mitgliedstaaten sind hinsichtlich des Schutzes verpflichtet, eine ausreichende Vielfalt und Flächengröße an Lebensräumen zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

 

Zum Schutz der wildlebenden Vogelarten ist die Einrichtung von "Besondern Schutzgebieten" (Special Protection Areas – SPA) vorgesehen. Diese sind von allen Mitgliedstaaten für die in Anhang I aufgelisteten Vogelarten einzurichten und werden in das Natura 2000-Netz aufgenommen.

 

Entsprechende Maßnahmen sind von den Mitgliedstaaten für die Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete der nicht im Anhang I aufgelisteten, regelmäßig auftretenden Zugvögel zu treffen. Dabei kommt dem Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere den international bedeutenden Feuchtgebieten, besondere Bedeutung zu.