Klimawandel versus Biodiversität

Die Eindämmung des Klimawandels ist vermutlich die größte Herausforderung, denen sich die Menschheit stellen muss. In Österreich stieg die Jahresdurchschnittstemperatur bereits im letzten Jahrhundert um 1,8° Celsius. Das ist ein fast dreimal höherer Temperaturanstieg, als auf der gesamten Nordhalbkugel. Prognosen zur Folge wird die Erderwärmung in Österreich, im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt, fast doppelt so stark sein.

 

Für das Jahr 2100 wird ein Temperaturanstieg von bis zu 5° Celsius erwartet, sogar ein Anstieg um mehr als 6° Celsius ist nicht auszuschließen. Am stärksten werden von dieser Erwärmung Gebiete in den hohen Lagen Vorarlbergs, Tirols, Salzburgs und Kärntens betroffen sein. Die Alpen Österreichs bekamen die Erderwärmung schon relativ früh zu spüren: Die Gletscher der Ostalpen haben in den letzten 150 Jahren bereits 60% ihrer Masse und 52% ihrer Fläche verloren.

 

Parallel zum Anstieg der Temperaturen ist eine Erhöhung von Temperaturextremen zu erwarten. Es wird in den meisten Landesteilen zu einer Verlagerung der Niederschläge vom Sommer in den Winter kommen, Starkniederschläge und Dürreperioden werden häufiger auftreten (Niedermair et al. 2007).

 

Die Klimawandelfolgen betreffen die biologische Vielfalt auf verschiedenen biologischen Organisationsebenen:

  • Organisationsebene der Arten: Klimaänderungen wirken direkt auf die Entwicklung, Phänologie (z. B. Austrieb von Blättern und Brutzeiten bei Vögeln) und das Verhalten von Arten. >mehr
  • Organisationsebene der Lebensgemeinschaften: Die Auswirkungen des Klimawandels führen zwangsläufig auch zu Veränderungen von Lebensgemeinschaften.  >mehr
  • Organisationsebene der Ökosysteme: Biodiversitätsverluste haben häufig, ebenso wie direkte Veränderungen im Energie- und Wasserhaushalt, einen negativen Einfluss auf Prozesse und Funktionen von Ökosystemen.   >mehr